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Belgrad / Serbien

Serbien entwickelt sich zum neuen Fintech-Zentrum Südosteuropas

Das renommierte britische Fachportal The Fintech Times veröffentlichte eine Analyse, in der Serbien und insbesondere Belgrad als potenzieller neuer Fintech-Hub Südosteuropas identifiziert werden. In dem Artikel wird die Entwicklung des serbischen Technologiesektors, das Wachstum der Exporte von IKT-Dienstleistungen und die zunehmend wichtige Rolle heimischer Unternehmen auf dem internationalen Markt analysiert. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Analyse ist die Prognose, dass das serbische BIP pro Einwohner*in in diesem Jahr rund 15.000 US-Dollar erreichen wird. Der Autor führt dies auf kontinuierliches Wirtschaftswachstum und gestiegene Investitionen im vergangenen Jahrzehnt zurück. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Informations- und Kommunikationssektor, der zu den am schnellsten wachsenden Exportbranchen Serbiens zählt. Nach Angaben von The Fintech Times belaufen sich die jährlichen Exporte von IKT-Dienstleistungen auf mehrere Milliarden US-Dollar. Der Sektor gewinnt damit als Devisenbringer zunehmend an Bedeutung und kann hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Relevanz bereits mit traditionellen Branchen mithalten. In der Analyse wird festgestellt, dass sich Serbien zunehmend als Land positioniert, das über eine gut ausgebaute Basis an Ingenieur*innen, Programmierer*innen und Technologieunternehmen verfügt, die Produkte für den internationalen Markt entwickeln können. Außerdem wird der Charakter des serbischen Fintech-Ökosystems hervorgehoben. Im Gegensatz zu Märkten, in denen Technologieunternehmen im Finanzsektor hauptsächlich auf lokale Bedürfnisse ausgerichtet sind, konzentrieren sich einige serbische Unternehmen von Anfang an auf Kund*innen und Märkte außerhalb des Landes.

Belgrad / Serbien

Finanzkrise setzt Belgrad zunehmend unter Druck

Die Finanzlage der Stadt Belgrad spitzt sich zu. In den vergangenen Tagen sind immer mehr Hinweise auf die angespannte Haushaltslage der serbischen Hauptstadt bekannt geworden. Besonders prekär soll die Situation im öffentlichen Verkehr sein​. Private Busunternehmen, die im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft für die Stadt tätig sind, drohen mit einer Einstellung ihrer Leistungen, sollte Belgrad ausstehende Zahlungen von rund 33 Millionen Euro nicht begleichen. Das Konsortium aus 18 Busunternehmen gibt an, seit vier Monaten keine Überweisungen von der Stadt erhalten zu haben. Gleichzeitig wächst der finanzielle Druck auf die städtischen Verkehrsbetriebe GSP. Lieferant*innen und Dienstleist​​er*innen erwägen die zwangsweise Eintreibung offener Forderungen in Höhe von rund 57 Millionen Euro. Als wesentlicher Belastungsfaktor gilt die Finanzierung des kostenlosen öffentlichen Verkehrs, die den Stadthaushalt zunehmend unter Druck setzt. Die Auswirkungen der finanziellen Schieflage sind mittlerweile auch im Sozialbereich spürbar. So ist eine von Bürgermeister Aleksandar Šapić (SNS – Serbische Fortschrittspartei) angekündigte finanzielle Unterstützung für alle Belgrader Schüler*innen bislang ausgeblieben. Vorgesehen waren Zahlungen von insgesamt 170 Euro pro Kind, die zwischen Juni und September 2026 in vier Raten ausbezahlt werden sollten. ​Angesichts der angespannten Lage sah sich inzwischen auch das serbische Finanzministerium zum Eingreifen veranlasst. Zur Deckung dringend fälliger Verpflichtungen erhielt die Stadt eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 1,05 Millionen Euro​.

Belgrad / Serbien

MOL-Abkommen mit Serbien nach russischem Rückzug rückt näher

Die serbische Ministerin für Bergbau und Energie, Dubravka Đedović Handanović (parteilos), hat mit dem ungarischen​ Ölunternehmen MOL eine Aktionärsvereinbarung über die künftige Führung des serbischen Energieunternehmens NIS unterzeichnet. Diese tritt jedoch erst in Kraft, wenn MOL die russische Beteiligung an NIS erwirbt, wie das Ministerium für Bergbau und Energie mitteilte. Die bereits von der serbischen Regierung genehmigte Vereinbarung ermöglicht, sofern die MOL-Gruppe die Mehrheitsbeteiligung erwirbt, die Weiterentwicklung von NIS, die Versorgung des serbischen Marktes​ sowie den Betrieb der Raffinerie in Pančevo. Für den Abschluss der Transaktion sind neben der Unterzeichnung des Kaufvertrags weitere behördliche Genehmigungen erforderlich.MOL führt weiterhin Verhandlungen mit der russischen Gazprom Neft über den Erwerb ihrer 56,15-prozentigen Beteiligung an NIS. Die Vereinbarung trete jedoch erst in Kraft, wenn MOL und Gazprom Neft eine Kaufvereinbarung abschließen und diese vom US-amerikanischen Office of Foreign Assets Control (OFAC) genehmigt werde, erklärte Đedović Handanović. Laut der Vereinbarung erwirbt Serbien zusätzlich fünf Prozent der Anteile an NIS. Die Raffinerie soll mindestens in den nächsten zehn Jahren auf dem Kapazitätsniveau betrieben werden, das sie in den vier Jahren vor der Verhängung der US-Sanktionen erreicht hatte. ​Die Vereinbarung soll die Versorgungssicherheit und die Stabilität des serbischen Marktes gewährleisten, sofern der Verkauf zustande kommt.​

Belgrad / Serbien

Stadt Belgrad und Staatsbetriebe bergen Risiken für Serbiens Haushalt

​Der Exekutivrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) erklärte, dass die serbische Wirtschaft zwar Widerstandsfähigkeit zeige, jedoch Risiken bestünden, die die fiskalische Stabilität des Landes gefährden könnten. Im Bericht zur dritten Überprüfung des laufenden Abkommens mit Serbien (Policy Coordination Instrument – PCI) hat der IWF hervorgehoben, dass die fiskalischen Risiken in Serbien erhöht seien. Diese ergeben sich nicht nur aus dem Energieschock, sondern auch aus Belastungen im Zusammenhang mit dem Staatsunternehmen "Straßen Serbiens" und der Stadt Belgrad. Der IWF ist der Ansicht, dass die Einhaltung eines Haushaltsdefizits von höchstens drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) die Umsetzung von Notfallmaßnahmen erfordern könnte. Dazu zählen die Rationalisierung der laufenden Ausgaben sowie eine strikte Priorisierung von Investitionsprojekten. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Verbindlichkeiten des staatlichen Infrastrukturunternehmens "Straßen Serbiens" dauerhaft durch eine strengere Ausgabenkontrolle gelöst werden müssten. Außerdem soll die finanzielle Lage der Stadt Belgrad dringend bewertet werden, um fiskalische Risiken vor dem nächsten Haushaltszyklus zu verringern. Der IWF fordert darüber hinaus eine Stärkung der finanziellen Lage staatlicher Energieunternehmen, um Spielraum für notwendige Investitionen zu schaffen und die fiskalischen Risiken zu senken.