Regierung Serbiens schlägt Parlamentsauflösung und vorgezogene Wahlen vor
8.9.2026
Serbiens Ministerpräsident Đuro Macut (parteilos) hat am 7. September 2026 den Vorschlag über die Auflösung des Nationalparlaments unterzeichnet und somit das Verfahren für die Austragung von vorgezogenen Parlamentswahlen eingeleitet. Nun muss Serbiens Staatspräsident Aleksandar Vučić (SNS – Serbische Fortschrittspartei) bis zum 10. September eine Entscheidung über den Vorschlag treffen. Die Wahlen können frühestens in 45 Tagen und spätestens in exakt zwei Monaten stattfinden. Bislang wurde in der Öffentlichkeit der 25. Oktober 2026 als mögliches Datum der Neuwahlen gehandelt. Die Bewegung serbischer Studierenden, die bereits seit knapp zwei Jahren gegen die Korruption im Land protestieren und Neuwahlen fordern, begrüßte die Entscheidung des serbischen Premiers. Sie wollen mit einer eigenen Liste bei den Wahlen antreten und riefen die Serbische demokratische Opposition auf, sich entweder auf einer Wahlliste zu vereinigen oder die Studierendenbewegung zu unterstützen. Eine Gruppe von 118 serbischen Professor*innen und Forschenden appellierte zugleich an die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, Serbien im Rahmen ihrer für Oktober geplanten Westbalkan-Reise zu umgehen, um Aleksandar Vučić, der bereits seine Ministerpräsidenten-Kandidatur bekanntgab, nicht mitten im Wahlkampf zu stärken.