Raumfahrttechnologie erforscht Wawel-Hügel in Krakau
19.10.2026
Seit Ende September 2026 ist in der sogenannten "Drachenhöhle" auf dem Schloss Wawel in Krakau ein Detektor in Betrieb, mit dessen Hilfe der Wawel-Hügel mit Myonen, natürlichen Teilchen der sekundären kosmischen Strahlung, durchleuchtet wird. Die Myonen durchdringen Dutzende Meter Gestein, die der Detektor registriert. Auf diese Weise lassen sich Hohlräume, Gänge und Spalten im Inneren des Hügels entdecken, ohne Bohrungen vornehmen zu müssen und ohne in das Denkmal einzugreifen. Diese Technik wurde 2017 bei der Untersuchung der Cheops-Pyramide eingesetzt – dadurch gelang es, eine bisher unbekannte Kammer oberhalb der Großen Galerie zu entdecken. Der Wawel ist der erste Burgberg in Polen und der zweite in Europa (nach dem Königspalast in Budapest), der mit dieser Methode untersucht wurde. Die Myonentomografie wird in vielen Bereichen eingesetzt, nicht nur bei historischen Bauwerken wie Burgen, Schlössern und Festungsanlagen. Ähnliche Detektoren kommen beispielsweise in der Energiewirtschaft und im Bauwesen zum Einsatz.