Pop-up-Freibad in Berlin als Schauplatz einer Rassismusdebatte
22.8.2026
Die Berliner Volksbühne hat diesen Sommer direkt am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin Mitte mit dem "Volksbad" ein temporäres, kostenloses 25-Meter-Pop-up-Freibad eröffnet – auch als künstlerische Auseinandersetzung mit der maroden öffentlichen Schwimmbadinfrastruktur der Stadt. Für verschiedene Gruppen und Vereine wurden dort wie bei anderen öffentlichen Bädern einzelne Zeitfenster reserviert. Der Verein "Each One Teach One" (EOTO), der sich für farbige Menschen und Menschen afrikanischer Herkunft einsetzt, wollte eines dieser Zeitfenster für einen sechsstündigen Badetag ausschließlich für farbige Kinder und Jugendliche nutzen. Nach Protesten der AfD (Alternative für Deutschland), rechter Streamer*innen und einer Bezirksverordneten der CDU (Christlich Demokratische Union) wurde die Veranstaltung eine Woche zuvor aus Sicherheitsgründen jedoch abgesagt. Am 21. August demonstrierten daraufhin mehrere hundert Menschen gegen die Absage und für bessere Schutzräume vor Rassismus. Bei der Kundgebung versuchten rechte Streamer*innen erneut, Demonstrierende zu filmen und zu provozieren – die Polizei hielt sie auf Abstand. Gleichzeitig kam es zu einem Polizeieinsatz gegen ein farbiges Mitglied des "Awareness-Teams", nachdem dieser einem rechten Streamer den Mittelfinger gezeigt hatte – ein Vorgehen, das die Organisator*innen kritisierten.