Keine weiteren Drag-Lesungen in Berlin-Steglitz
6.8.2026
Die Kultur- und Bildungsstadträtin Malgorzata Sijbrandij (CDU – Christlich Demokratische Union) will die Bibliotheken in Steglitz-Zehlendorf künftig nicht mehr für Drag-Lesungen öffnen. Zuvor war eine solche Veranstaltung mit Dragqueen und Dragking auf große Resonanz gestoßen; bei rund 2.700 Veranstaltungen pro Jahr wären weitere Drag-Lesungen nur ein sehr kleiner Teil des Programms gewesen. Sijbrandij begründet ihre Entscheidung unter anderem damit, dass die Inszenierung vom Thema geschlechtliche Vielfalt ablenke und Angriffsfläche für Kritik biete. Auch bei einer Lesung des Buchs Queere Tiere griff sie in die Ankündigung ein und verwies auf das Gebot staatlicher Neutralität. Grüne (Bündnis 90/Die Grünen), SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) und der Runde Tisch Queeres Steglitz-Zehlendorf kritisieren die Entscheidungen als Eingriff in die Programmautonomie und als Signal gegen queere Sichtbarkeit. Die Stadträtin betont dagegen, ihre Entscheidungen richteten sich nicht gegen queere Menschen und Drag gehöre selbstverständlich zur kulturellen Vielfalt Berlins.