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Prag / Tschechien

Obdachlosenzentrum im siebten Prager Bezirk wird saniert

Die Prager Stadtverwaltung hat die Vorbereitung einer umfassenden Sanierung des von der Heilsarmee betriebenen Obdachlosenzentrums in der Tusarova-Straße im siebten Prager Bezirk genehmigt. Die Kosten des Umbaus werden auf rund 8,6 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer geschätzt. Nach der Modernisierung soll die Einrichtung 60 reguläre Betten sowie 20 weitere Plätze mit verstärkter Betreuung für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen bieten. Angesprochen werden insbesondere Personen nach einem Krankenhausaufenthalt, Senior*innen ohne familiären Rückhalt sowie Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder komplexen gesundheitlichen und sozialen Problemen. Die bisherige Schlafunterkunft und das Tageszentrum sollen in ihrer bisherigen Form nicht fortgeführt werden; stattdessen entstehen zusätzliche Zimmer für Klient*innen mit erhöhtem Betreuungsbedarf. Gleichzeitig sollen die medizinischen Angebote ausgebaut werden, unter anderem durch eine Hausarztpraxis und möglicherweise eine psychiatrische Ambulanz. Ein Teil der Räumlichkeiten soll bei Bedarf außerdem als Quarantäne- oder Isolationsbereich genutzt werden können. Ziel des Projekts ist es, in Prag eine stärkere Verbindung zwischen Sozial- und Gesundheitsversorgung für wohnungslose Menschen zu schaffen. Hintergrund ist, dass in der Hauptstadt, nach Einschätzung der Stadt, zunehmend Menschen ohne festen Wohnsitz leben, die zugleich auf medizinische und soziale Unterstützung angewiesen sind.

Prag / Tschechien

Neue Tagesstätte für Menschen mit Behinderung in Prag eröffnet

Im Prager Stadtteil Opatov hat eine neue Tagesstätte für Menschen mit geistiger und kombinierter Behinderung sowie für Personen im Autismus-Spektrum ihren Betrieb aufgenommen. Die Einrichtung Dobromysl entstand in Zusammenarbeit zwischen der Hauptstadt Prag und der gleichnamigen sozialen Organisation. Derzeit können dort, je nach Betreuungsbedarf bis zu 16 Menschen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren versorgt werden, bis Ende 2026 soll die Kapazität auf 20 Plätze steigen. Die rund 644 Quadratmeter großen Räumlichkeiten befinden sich in einem sanierten Gebäude unmittelbar an der U-Bahn-Station Opatov. Der Umbau kostete etwa 715.000 Euro, die Ausstattung übernahm die Organisation Dobromysl. Die Tagesstätte ist werktags von 8 bis 17 Uhr geöffnet und soll neben der Betreuung insbesondere die Selbstständigkeit und sozialen Fähigkeiten der Klient*innen fördern. Geplant sind zudem regelmäßige Angebote wie Musik-, Kunst- und tiergestützte Therapien. Gleichzeitig entlastet die Einrichtung Angehörige, die häufig dauerhaft eine intensive Betreuung übernehmen und diese mit Beruf und anderen Verpflichtungen vereinbaren müssen. Prag baut seine entsprechenden sozialen Angebote derzeit auch an anderen Standorten aus und plant unter anderem eine weitere Tagesstätte in Prag 10. Der Bedarf bleibt dennoch hoch. Neben den derzeit insgesamt 151 betreuten Personen stehen weitere 42 auf einer Warteliste.​

Prag / Tschechien

Industriepalast in Prag öffnet nach jahrelanger Sanierung

Der umfassend sanierte Industriepalast auf dem Prager Messegelände im 7. Bezirk ist ab Ende September erstmals seit mehreren Jahren wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Von 25. September bis 11. Oktober 2026 werden Führungen angeboten, bei denen Besucher*innen die Geschichte, Architektur und neue Gestalt des denkmalgeschützten Gebäudes kennenlernen können. Die umfangreiche Sanierung und der Wiederaufbau des 2008 durch einen Brand zerstörten linken Flügels begannen im Februar 2022. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf mehr als 122 Millionen Euro. Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits 2025 abgeschlossen werden, jedoch stellte sich nach der Freilegung von Fundamenten, Böden und Decken heraus, dass der Zustand des historischen Bauwerks schlechter war als erwartet. Der Industriepalast wurde 1891 nach Plänen des Architekten Bedřich Münzberger für die Prager Jubiläumsausstellung errichtet und zählt zu den bedeutenden technischen Denkmälern der Stadt. Bemerkenswert war insbesondere die damals innovative Verwendung einer vorgefertigten Eisenkonstruktion, mit der das Gebäude innerhalb von nur zehn Monaten entstand. Nach den öffentlichen Führungen wird der Palast nicht regulär für Besucher*innen geöffnet bleiben, sondern wieder für Ausstellungen, Messen und andere Veranstaltungen genutzt. Als erste größere Veranstaltung nach der Wiedereröffnung ist Anfang Oktober das Designfestival Designblok vorgesehen.​​

Prag / Tschechien

Neue Flächen für Verkehr und Kultur in Prag

Die Stadt Prag und die Staatliche Eisenbahnverwaltung Správa železnic (SŽ) haben sich auf den Austausch mehrerer Grundstücke verständigt, die wichtige Verkehrs- und Kulturprojekte ermöglichen sollen. Die Hauptstadt erhält Grundstücke im Stadtteil Holešovice, die für den geplanten Bau der Moldau-Philharmonie benötigt werden. Im Gegenzug bekommt die Eisenbahnverwaltung Flächen in der Neustadt und in Vinohrady, die sie für die geplante Modernisierung der Abfertigungshalle des Prager Hauptbahnhofs benötigt. Aufgrund des unterschiedlichen Grundstückswerts wird SŽ der Stadt rund 6,2 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer zahlen. Eine weitere Vereinbarung betrifft das Umfeld des Bahnhofs Krč, wo die neue Station Nádraží Krč der im Bau befindlichen U-Bahn-Linie D entstehen soll. Dort plant Prag neben der Station auch eine Park-and-Ride-Anlage, während die Eisenbahnverwaltung den bestehenden Bahnhof modernisieren und ein neues Empfangsgebäude errichten will. Dieses soll gemeinsam von SŽ und den Prager Verkehrsbetrieben (DPP) genutzt werden, die dort eine Leitstelle für die U-Bahn einrichten wollen. Die Bahn- und die U-Bahn-Station sollen direkt miteinander verbunden werden, wobei der Eisenbahnverkehr auch während der Bauarbeiten aufrechterhalten werden soll. Durch einen weiteren Grundstückstausch erhält Prag die Flächen unter der künftigen U-Bahn-Station, während die Grundstücke unter dem neuen Bahnhofsgebäude an SŽ gehen. Für den Wertunterschied bei diesem Geschäft zahlt die Hauptstadt rund 515.000 Euro an die staatliche SŽ.​

Prag / Tschechien

Bürger*innenpetition zu den Prager Öffis zeigt Wirkung

Die Stadt Prag will die Sauberkeit und Instandhaltung im Umfeld von U-Bahn-Stationen und Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs verbessern. Anlass ist eine von rund 1.300 Menschen unterzeichnete Petition, die auf Verschmutzungen und weitere Probleme im öffentlichen Raum aufmerksam macht. Die Unterzeichner*innen fordern unter anderem eine konsequentere Reinigung, die schnelle Entfernung von Graffiti und beschädigtem Stadtmobiliar sowie eine bessere Beleuchtung. Zudem wünschen sie sich eine stärkere Präsenz der Stadtpolizei und wirksamere Unterstützung für Menschen in sozialen Notlagen. Das Stadtparlament​ und die Prager Verkehrsbetriebe (DPP) sollen nun zunächst besonders problematische Standorte identifizieren und die Zuständigkeit für deren Reinigung eindeutig festlegen. Bis Ende März 2027 soll außerdem ein einheitlicher Standard für Sauberkeit und Instandhaltung ausgearbeitet werden. Dieser soll bestimmen, wie häufig einzelne Bereiche gereinigt werden und innerhalb welcher Fristen Graffiti, beschädigte Einrichtungen und andere Mängel beseitigt werden müssen. Gleichzeitig soll eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet werden, über die Bürger*innen entsprechende Probleme melden können. Die DPP hat bereits Anfang 2026 drei neue Reinigungsunternehmen beauftragt und setzt neben der regulären Reinigung zunehmend auch auf zusätzliche Einsätze an besonders belasteten Orten. Ziel der neuen Regelung ist, die bisher unklaren Zuständigkeiten zwischen Stadt, Bezirken und Verkehrsbetrieben zu beseitigen und für ein einheitliches Erscheinungsbild im Umfeld des öffentlichen Nahverkehrs zu sorgen.​

Zagreb / Kroatien

Kroatische Schüler*innen bei PISA 2025 unter OECD-Durchschnitt

​Die Ergebnisse der internationalen PISA-Studie 2025 zeigen für Kroatien unterdurchschnittliche Leistungen in allen zentral untersuchten Bereichen. In den Naturwissenschaften erreichten die kroatischen Schüler*innen 476 Punkte, in Mathematik 455 und beim Lesen 453 Punkte – jeweils weniger als der OECD-Durchschnitt. Insgesamt nahmen in Kroatien 6.424 15-Jährige aus 268 Mittelschulen und fünf Volksschulen an der Untersuchung teil. Beim Lesen zeigt sich die deutlichste langfristige Verschlechterung: Zwischen 2015 und 2025 sank der kroatische Wert um 33 Punkte. Rund 32 Prozent der Schüler*innen erreichen die grundlegende Kompetenzstufe nicht. Auch in Mathematik und den Naturwissenschaften liegt der Anteil der Schüler*innen, die das Grundkompetenzniveau nicht erreichen, bei rund einem Drittel beziehungsweise einem Viertel.​ Mädchen schneiden insbesondere beim Lesen und in den Naturwissenschaften besser ab, während es in Mathematik keinen statistisch signifikanten Geschlechterunterschied gibt. Auch beim digitalen Problemlösen liegen kroatische Schüler*innen mit 464 Punkten unter dem OECD-Durchschnitt von 500 Punkten. Gleichzeitig sind die Schulen digital besser ausgestattet als noch vor einigen Jahren. Die Schüler*innen verbringen allerdings durchschnittlich 44 Stunden pro Woche mit digitalen Geräten. Der Leiter des kroatischen Zentrums für externe Bewertung des Bildungswesens (NCVVO), Vinko Filipović, sieht vor allem bei den Schulcurricula Verbesserungsbedarf. Die Überarbeitung und Weiterentwicklung der Lehrpläne sollen noch in diesem Jahr beginnen.​

Zagreb / Kroatien

Historische Gebäude und Wiener Architektur nach Erdbebenschäden in Zagreb saniert

Rund 15 bedeutende historische Gebäude im Zagreber Zentrum wurden nach den schweren Erdbebenschäden der vergangenen Jahre umfassend saniert. Einige Projekte sind abgeschlossen, andere befinden sich in der Schlussphase. Dafür wurden mehr als 300 Millionen Euro investiert, vor allem aus EU-Mitteln, dem kroatischen Staatshaushalt und dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan. Abgeschlossen sind unter anderem der Kunstpavillon, die ehemalige Rudolf-Kaserne, der Drašković-Palast, die Fakultät für Chemieingenieurwesen und -technologie sowie die Außenfassade der Polizeidirektion Zagreb. Beim Museum Mimara ist die bauliche Sanierung abgeschlossen, wobei die Innenausstattung und Dauerausstellung noch folgen. In der Schlussphase befinden sich die Kroatische Akademie für Wissenschaft und Kunst am Zrinjevac, das ehemalige Staatsarchiv und das historische Gebäude, in dem sich früher das Café Corso befand. Beim Museum für Kunst und Gewerbe laufen noch Innenarbeiten, die Eröffnung wird für 2027 erwartet. Noch restauriert wird ein Gebäude für ein künftiges Kunstmuseum. Unter den sanierten Gebäuden sind auch Werke Wiener Architekten, die Zagrebs historisches Stadtbild prägten: Die Kroatische Akademie für Wissenschaft und Kunst wurde von Friedrich von Schmidt entworfen, die ehemalige Rudolf-Kaserne von Franz von Gruber und Carl Wölckner. Den Kunstpavillon gestaltete das -Büro Fellner & Helmer für Zagreb um.